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Griechische Inseln: Welche zu dir passt

Über 200 bewohnte Inseln, eine Entscheidung: Wie du zwischen Kykladen, Wind und Fährplänen die Insel findest, die zu deiner Reise passt.

Von Maia Brandt · Aktualisiert am

Der Moment kommt meist abends, mit der Karte auf dem Tisch. Die Ägäis liegt darauf wie hingestreute Kieselsteine, Dutzende Namen, alle klingen nach Sommer. Santorini oder Naxos? Paros oder doch Milos? Wer zum ersten Mal eine Reise durch die griechische Inselwelt plant, steht vor einer Auswahl, die schnell überfordert. Dabei lässt sich das Feld gut ordnen.

Die Inselgruppen im Überblick

Griechenland zählt mehr als zweihundert bewohnte Inseln, verteilt auf mehrere Gruppen. Die Ionischen Inseln im Westen sind grün und venezianisch geprägt. Der Dodekanes liegt weit im Osten vor der türkischen Küste. Kreta ist ein Kontinent für sich.

Dazu kommen die Sporaden nördlich von Euböa, die Saronischen Inseln als Wochenendziel der Athener und die großen Inseln der Nordägäis wie Lesbos und Chios. Jede Gruppe hat ihr eigenes Fährsystem, und quer zwischen den Gruppen zu reisen kostet fast immer einen Umweg über Athen. Deshalb entscheidet die Wahl der Gruppe vor der Wahl der Insel.

Das Herz des klassischen Inselurlaubs aber schlägt in den Kykladen, dem Archipel in der zentralen Ägäis. Weiße Würfelhäuser, blaue Kuppeln, karge Hügel über tiefblauem Wasser: Dieses Bild stammt von hier. Die Kykladen liegen dicht beieinander und sind durch ein dichtes Fährnetz verbunden. Genau das macht sie ideal für eine Reise mit mehreren Stationen.

Fünf Wörter, die jede Planung begleiten

Chora heißt der Hauptort einer Insel, oft trägt er einfach den Namen der Insel selbst. Der Meltemi ist der Nordwind des Sommers, der die Ägäis wochenlang durchpflügt. Ein Kastro ist die befestigte Altstadt auf dem Hügel, ein Kalderimi ein alter gepflasterter Saumpfad zwischen den Dörfern.

Beim Fünften geht es um Technik. Fähren gibt es in zwei Bauarten: konventionelle Schiffe, langsam, günstig, mit Außendeck und wenig anfällig für Wellen. Und Schnellfähren, deutlich zügiger, teurer, ohne Außendeck und bei Wind eher von Ausfällen betroffen. Diese Unterscheidung entscheidet mehr über den Reisetag als die Frage, welche Reederei fährt.

Welcher Inseltyp bist du?

Die Frage ist weniger, welche Insel die schönste ist. Entscheidend ist, was du suchst. Ein grober Kompass:

Du suchstPassende Insel
Strände, Wandern, Dörfer, alles auf einmalNaxos
Elegante Hafenorte und WassersportParos
Spektakuläre KüstenlandschaftenMilos
Trubel und NachtlebenMykonos, Ios
Ruhe und wenig InfrastrukturKleine Kykladen, Folegandros

Naxos ist die größte Insel der Kykladen und die vielseitigste: fruchtbare Täler, der höchste Berg des Archipels, kilometerlange Sandstrände an der Westküste. Was sie im Detail kann, steht im Naxos-Guide.

Paros, die Nachbarin, wirkt eine Nummer feiner. Der Hafenort Naoussa mit seinen Fischerbooten, das Bergdorf Lefkes, dazu verlässlicher Wind für Surferinnen und Kiter an der Ostküste. Mehr dazu im Paros-Guide.

Milos schließlich ist die Insel für alle, die wegen der Landschaft reisen. Vulkanisches Gestein hat hier Küsten geformt, die aussehen wie von einem anderen Planeten, allen voran die weißen Felsen von Sarakiniko. Der Milos-Guide zeigt, was die Insel besonders macht.

Eine Insel oder mehrere?

Für eine Woche reicht eine Insel, und das ist keine Notlösung. Wer bleibt, lernt die Tavernenwirtin kennen, findet die Bucht hinter dem Hügel und erlebt den Ort auch nach Abfahrt der Tagesausflügler. Zwei Wochen öffnen die Tür zum Inselhopping: zwei, maximal drei Stationen, verbunden per Fähre.

Die Route will allerdings geplant sein. Nicht jede Insel ist mit jeder direkt verbunden, und der Sommerwind Meltemi kann Fahrpläne durcheinanderbringen. Wie du Fähren buchst, Routen legst und Puffer einbaust, erklärt der Artikel zum Inselhopping auf den Kykladen.

Eine Regel steht über allen anderen: Leg keine Fährfahrt auf den Tag vor dem Rückflug. Ein Puffertag in Athen oder auf der letzten Insel kostet wenig und rettet die Reise, wenn der Wind den Fahrplan zerlegt. Drei Nächte pro Insel sind das Minimum, vier sind angenehmer.

Vier Irrtümer über die Inseln

  • Santorini steht für die Kykladen. Es ist die untypischste Insel der Gruppe: teuer, steil, ohne die Strandkultur der Nachbarn.
  • Fähren fahren immer. Bei kräftigem Meltemi fallen vor allem Schnellfähren aus, und kleine Ausflugsboote bleiben im Hafen.
  • Der Bus reicht. Auf großen Inseln wie Naxos erschließt erst ein Auto oder Roller die entlegenen Strände und Bergdörfer.
  • Alle Inseln sehen gleich aus. Naxos hat fruchtbare Täler und Berge, Milos eine vulkanische Küste, Paros dazwischen den Wind. Weiße Würfelhäuser sind das Einzige, was sie teilen.

Anreise und Zeitpunkt

Drehkreuz für fast alle Kykladenrouten ist Athen. Vom Hafen Piräus laufen Fähren zu den meisten Inseln aus, im Sommer ergänzt der kleinere Hafen Rafina das Angebot, der näher am Athener Flughafen liegt. Naxos, Paros und Milos haben zudem eigene Flugplätze mit Inlandsverbindungen ab Athen.

Aus dieser Geografie folgt ein Planungstrick. Weil Piräus weit vom Flughafen entfernt liegt und Rafina nah, entscheidet die Hafenwahl über den ersten Reisetag. Und wer die Rückreise von einer Insel mit Flugplatz aus plant, spart sich die lange Fährfahrt am Ende, wenn die Kraft am geringsten ist.

Die angenehmsten Reisemonate liegen im späten Frühjahr und im frühen Herbst. Das Meer ist dann warm genug, die Orte sind belebt, aber nicht überlaufen. Der Hochsommer bringt volle Fähren, hohe Preise und den Meltemi, der wochenlang kräftig aus Norden blasen kann.

Was der Spaß kostet

Die Kykladen decken jede Preisklasse ab. Mykonos und Santorini spielen in der oberen Liga, Naxos und die kleineren Inseln bleiben deutlich moderater. Die größten Posten sind Unterkunft und Fähren, Essen in einfachen Tavernen ist dagegen erschwinglich. Wer außerhalb der Hauptsaison reist und früh bucht, reist spürbar günstiger.

Zwei Posten fallen leicht durchs Raster. Jeder Inselwechsel kostet nicht nur das Ticket, sondern auch einen halben Reisetag, also anteilig eine Nacht. Und der Mietwagen oder Roller ist auf großen Inseln kein Extra, sondern Grundausstattung.

Welcher Guide wann hilft

Die Detailartikel beantworten unterschiedliche Fragen:

  1. Naxos-Guide für alle, die eine Insel wollen, die alles kann. Der sichere Einstieg.
  2. Paros-Guide, wenn Hafenorte, Bergdörfer und Wind zusammenkommen sollen.
  3. Milos-Guide, wenn die Landschaft der Reisegrund ist.
  4. Inselhopping auf den Kykladen zuletzt, sobald aus zwei Inselnamen eine Route werden soll.

Nicht abgedeckt sind die anderen Inselgruppen. Kreta, der Dodekanes mit Rhodos und Kos, die Ionischen Inseln und die Sporaden haben eigene Fährsysteme und eigene Logik. Auch Athen, Segelcharter und die Partyinseln Mykonos und Ios bekommen hier keinen eigenen Guide.

Erst die Insel, dann die Tickets

Leg zuerst die Insel fest, dann die Anzahl der Stationen, erst danach die Tickets. Wer eine Woche hat, bleibt auf Naxos oder Paros und lernt einen Ort richtig kennen. Wer zwei Wochen hat, hängt eine zweite Insel derselben Achse an und lässt sich vom Inselhopping-Artikel die Route sortieren. Der Rest ist Vorfreude: Karte ausbreiten, Route legen, losfahren.

Häufige Fragen

Welche griechische Insel eignet sich für den ersten Besuch?

Naxos ist ein guter Einstieg: große Auswahl an Stränden, Bergdörfer im Inselinneren und gute Fährverbindungen. Wer es kleiner mag, startet mit Paros.

Wie viele Inseln schafft man in zwei Wochen?

Zwei bis drei Inseln sind realistisch, wenn die Reise entspannt bleiben soll. Jeder Fährwechsel kostet einen halben Tag, mehr Stationen bedeuten mehr Kofferpacken als Urlaub.

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