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Montenegro-Roadtrip: Die perfekte Woche zwischen Adria und Durmitor

Von der Bucht von Kotor über die Serpentinen ins Hochgebirge und am Ende nach Dubrovnik: eine Woche Montenegro, klug geplant.

Von Maia Brandt · Aktualisiert am

Der Moment, in dem Montenegro einen packt, kommt meist auf einer Passhöhe. Unten liegt die Bucht von Kotor wie ein Fjord in der Mittagshitze, dahinter staffeln sich graue Kalkwände bis zum Horizont. Ein Land, kleiner als Schleswig-Holstein, und doch wechselt die Landschaft alle dreißig Kilometer das Gesicht. Genau deshalb funktioniert Montenegro so gut als Roadtrip.

Diese Übersicht ordnet die Route für eine Woche: Ankommen an der Adria, zwei Tage Bucht, dann hinauf ins Gebirge und am Ende ein Kniff, der einen zweiten Grenzstau erspart.

Ein kleines Land mit eigenen Regeln

Ein paar Grundlagen sparen später Zeit. Crna Gora heißt übersetzt Schwarzer Berg, und in dem Land leben weniger Menschen als in Wien. Bezahlt wird in Euro, obwohl Montenegro weder zur EU noch zum Schengenraum gehört: Die Währung wurde einseitig übernommen. An der Grenze steht deshalb eine echte Kontrolle, mit allem, was dazugehört.

Auch geografisch lohnt eine Korrektur. Die Bucht von Kotor gilt in vielen Texten als südlichster Fjord Europas, und das stimmt nur als Bild. Ein Fjord entsteht durch Gletscher, die Boka Kotorska dagegen durch ein überflutetes Flusstal im Kalkgebirge. Das Ergebnis sieht ähnlich aus, verhält sich aber anders: Das Wasser ist ruhig, dafür fehlen Sandstrände fast völlig.

Geschrieben wird in zwei Alphabeten. Ortsschilder tragen meist lateinische Buchstaben, manchmal zusätzlich kyrillische, und beide Varianten stehen nebeneinander im selben Land. Auf Karten und in Navigationsgeräten hilft es, beide Schreibweisen eines Ortes zu kennen.

Die Route in Kurzform

Die Woche folgt einer einfachen Logik. Erst das Wasser, dann der Berg, dann die Stadt. Start ist die Bucht von Kotor mit Quartier in den kleinen Orten am Ufer. Danach geht es über die Serpentinen ins Landesinnere, hinauf zum Durmitor-Nationalpark mit dem Durmitor-Ring, dem fahrerischen Höhepunkt der Reise. Den Abschluss bildet Dubrovnik, direkt auf dem Rückweg, statt noch einmal zur Bucht zurückzukehren.

So entsteht eine Schleife ohne doppelte Strecken. Wer mag, baut unterwegs einen Stopp am Kloster Ostrog ein, das im 17. Jahrhundert in eine Felswand über der Ebene der Bjelopavlići gebaut wurde. Lohnend ist das vor allem für Reisende mit Interesse an Geschichte und orthodoxer Frömmigkeit.

Wer mehr Zeit mitbringt, hat drei naheliegende Erweiterungen. Der Skadar-See im Landesinneren, größter See des Balkans und halb albanisch, liefert einen ruhigen Bootstag zwischen Seerosen. Der Lovćen mit dem Mausoleum von Petar II. Petrović-Njegoš und die alte Hauptstadt Cetinje passen als Tagesschleife über die Serpentinen. Und ganz im Süden liegt Ulcinj mit einem dreizehn Kilometer langen Sandstrand, der so gar nicht zum Rest der Küste passt. Jede dieser Ergänzungen kostet einen Tag.

Ankommen: zwei Flughäfen, eine Entscheidung

Die erste Weiche stellt sich schon bei der Flugbuchung. Tivat liegt direkt in der Bucht, Dubrovnik jenseits der Grenze in Kroatien, oft mit mehr Verbindungen. Was für welchen Airport spricht, klärt der Detailartikel zur Anreise über Tivat oder Dubrovnik.

Wer über Dubrovnik anreist, muss die Grenze passieren. Das kann zwanzig Minuten dauern oder mehrere Stunden, je nach Wochentag und Uhrzeit. Wie sich Wartezeiten am Übergang Debeli Brijeg vermeiden lassen und wo der kleine Nebenübergang liegt, steht im Artikel zur Grenze zwischen Kroatien und Montenegro.

Die Bucht: klein schlägt berühmt

Kotor selbst ist berühmt, fotogen und in der Saison schlicht überfüllt. Die eigentliche Entdeckung sind die Orte am Nordufer: Risan mit seinen römischen Mosaiken, Perast mit der künstlichen Kircheninsel Gospa od Škrpjela vor der Haustür. Warum sich das Quartier dort lohnt, erklärt der Artikel über Perast und Risan statt Kotor-Stadt.

Weiter südlich locken Budva und Sveti Stefan mit großen Namen. Die Realität hält mit den Postkarten nicht immer Schritt. Eine ehrliche Einordnung liefert der Beitrag zu Budva und Sveti Stefan.

Der Norden: Grund für die ganze Reise

Hinter Kotor windet sich die alte Serpentinenstraße mit ihren rund 25 Kehren den Hang hinauf, gebaut Ende des 19. Jahrhunderts. Sie ist das Tor zum Landesinneren. Dort warten die Tara-Schlucht, der Schwarze See und der Durmitor-Ring, eine Panoramarunde um das Bergmassiv, die viele Reisende als das eigentliche Highlight beschreiben. Details, Fahrzeiten und der Rafting-Tipp stehen im Artikel zum Durmitor-Ring und zur Tara-Schlucht.

Plan hier großzügig. Ein Extra-Tag zum Wandern zahlt sich mehr aus als ein weiterer Strandtag an der Küste. Und noch ein Hinweis für die Route über den Durmitor-Ring: Der Sattelpass liegt hoch, im Winterhalbjahr liegt dort Schnee, und die Runde ist dann nicht befahrbar. Erkundige dich vor Ort nach dem aktuellen Zustand, statt dich auf ein Kartenprogramm zu verlassen.

Das Finale: Dubrovnik statt Rückweg

Der klügste Zug der Route kommt zum Schluss. Statt zur Bucht zurückzufahren, geht es vom Norden direkt nach Dubrovnik, mit zwei angehängten Tagen in der Festungsstadt. Das spart den zweiten Grenzstau und beendet die Reise mit einem Paukenschlag. Wie man die Stadt trotz Sommerhitze genießt, verrät der Artikel zum Abschluss in Dubrovnik.

Fahren in Montenegro

Die Strecke ist der eigentliche Inhalt dieser Reise, deshalb lohnt ein Blick auf die Bedingungen. Autobahn gibt es fast keine. Der Rest sind gut ausgebaute Landstraßen an der Küste, enge Serpentinen im Karst und einspurige Bergstraßen im Norden, dazu Tunnel ohne Beleuchtung. Nimm die Zeitangabe deines Navigationsgeräts und schlage ein Drittel drauf, dann kommst du hin.

Zwei Abkürzungen sparen echte Stunden. Die Autofähre zwischen Kamenari und Lepetane quert die Enge der Bucht und erspart dir die Umrundung über Risan und Kotor, sie fährt häufig und auch nachts. Und zwischen Podgorica und der Küste liegt der Sozina-Tunnel, für den eine Maut fällig wird und der die alte Passstraße ersetzt.

Vor der Buchung gehört ein Blick in den Mietvertrag. Fahrzeuge aus Kroatien brauchen für Montenegro eine ausdrückliche Erlaubnis zum Grenzübertritt und die Grüne Versicherungskarte, beides kostet meist eine Gebühr und muss vorher vereinbart werden. Ohne diese Papiere endet die Reise am Schlagbaum. Wer bereits von zu Hause aus mit dem eigenen Auto anrollt, findet die Etappen bis zur Grenze im Balkan-Roadtrip.

Kosten und beste Reisezeit

Montenegro ist günstiger als Kroatien, vor allem beim Essen. Frische Meeresfrüchte an der Bucht kosten spürbar weniger als vergleichbare Teller an der dalmatinischen Küste. Unterkünfte reichen von einfachen Zimmern bis zu Boutique-Häusern direkt am Wasser, Campingplätze im Norden sind eine preiswerte Alternative.

Die größten Posten sind Flug, Mietwagen und Unterkunft. Dazu kommen Kleinigkeiten, die sich summieren: Parkgebühren in Kotor und Budva im Sommer, Eintritte in die Nationalparks, die Fähre, die Maut, Bootstouren. Feste Beträge nennen wir nicht, weil Mietwagenpreise in der Hochsaison stark anziehen und sich Gebühren jährlich ändern. Rechne mit einem Puffer für Bargeld, kleinere Betriebe im Norden nehmen nicht überall Karte.

Beste Reisezeit sind Vor- und Nachsaison. Im Hochsommer glüht die Küste, während es im Durmitor angenehm bleibt. Wer im Juli oder August fährt, legt die Stadtbesuche in den Abend und die Bergtage in die Mitte der Reise. Im Mai und teils bis in den Juni liegt oben noch Schnee, im Oktober werden die Tage kurz und einzelne Bergunterkünfte schließen.

Drei Irrtümer, die Tage kosten

Der erste betrifft Sveti Stefan. Die Insel mit den roten Dächern ist ein privates Resort und für Tagesgäste nicht zugänglich. Der berühmte Blick gelingt von der Straße darüber, und genau dafür lohnt der Stopp. Wer mit dem Plan anreist, dort spazieren zu gehen, plant an der Realität vorbei.

Der zweite betrifft das Baden. Die Bucht von Kotor ist ein Schauplatz, kein Strandziel: Das Ufer ist steil, das Wasser kühler als offen am Meer, und die Badeplätze sind klein. Wer Sand will, fährt weiter nach Süden Richtung Budva, Ulcinj oder an die Küste dazwischen.

Der dritte betrifft die Reisedauer. Montenegro taucht in vielen Programmen als Tagesausflug ab Dubrovnik auf. Das funktioniert an ruhigen Tagen und endet an vollen Tagen mit vier Stunden Grenzwartezeit für vier Stunden Land. Wenn das Land dich interessiert, gib ihm eine Woche.

Die Detailartikel in Fahrtrichtung

Die Detailartikel bauen aufeinander auf. Beginne mit der Anreise über Tivat oder Dubrovnik, weil die Flugbuchung alles Weitere festlegt, und lies direkt danach den Artikel zur Grenze zwischen Kroatien und Montenegro.

Für die Quartierwahl folgen Perast und Risan statt Kotor-Stadt sowie die ehrliche Einordnung von Budva und Sveti Stefan. Den Kern der Reise beschreibt der Text zum Durmitor-Ring und zur Tara-Schlucht, das Ende der Abschluss in Dubrovnik.

Was diese Route offenlässt

Der Cluster beschreibt eine Woche mit dem Auto, und das schließt einiges aus. Mehrtägige Bergtouren im Durmitor oder in den Prokletije an der albanischen Grenze brauchen eine eigene Planung mit Hütten und Wetterfenstern. Auch der Nordosten um Bjelasica und Kolašin, im Winter ein Skigebiet, kommt hier nicht vor.

Ebenso wenig behandeln wir Segeln und Bootscharter in der Bucht, Tauchen an der Küste und die Weiterfahrt nach Albanien im Detail. Wenn dich eher der Weg als das Ziel reizt, lohnt vorab ein Blick in die Grundlagen der Roadtrip-Planung. Montenegro verzeiht viel, nur zu wenig Zeit verzeiht es nicht.

Häufige Fragen

Reicht eine Woche für einen Montenegro-Roadtrip?

Ja, wenn die Route klar bleibt. Bucht von Kotor, Durmitor-Nationalpark und ein Abschluss in Dubrovnik lassen sich in sieben bis acht Tagen entspannt fahren, ohne täglich das Quartier zu wechseln.

Brauche ich einen Mietwagen für Montenegro?

Für diese Route ja. Busse verbinden zwar die Küstenorte, doch der Durmitor-Ring, die Serpentinen und die kleinen Buchtdörfer sind ohne eigenes Auto kaum sinnvoll zu erreichen.

Zahlt man in Montenegro mit Euro?

Ja. Montenegro nutzt den Euro, gehört aber weder zur EU noch zum Schengenraum. An der Grenze gibt es deshalb eine echte Kontrolle, und für einen Mietwagen aus Kroatien brauchst du eine Erlaubnis zum Grenzübertritt sowie die Grüne Versicherungskarte.

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